Freitag, 1. März 2013

Leserspam #4

Heute erzählt uns die liebe Gabi ihre Geschichte :) Nicht immer hat eine Pferd-Mensch-Freundschaft ein Happy End, wie man leider folgend lesen muss...


Ein ganz liebes Hallo an alle Pferdeliebhaber!
 
Ich mache hier mit, weil mich die liebe Tash gezielt gefragt hat. Denn mein Pferd ist nicht mehr meins. Trotzdem, so meinte sie, ist meine Geschichte vielleicht für Euch interessant. Also:


 
Als ich meinen Mann kennen lernte, gab es in seiner Familie seit vielen Jahren ein 3 Hektar großes, grünes Grundstück zur Pacht, auf dem unter anderem 2 Pferde von Freunden untergebracht waren. Mein Mann und ich liebten Pferde und überlegten schon längere Zeit, ob wir uns auch jeweils eines anschaffen sollten. Dann wurde ich schwanger, und erst als unser Sohn knapp ein Jahr alt war, entschieden wir uns. Wir kauften einen erwachsenen Hengst für meinen Mann und ein 6 Monate altes Fohlen für mich, einen Mix aus Araber (Papa) und Deutschem Reitpony (Mama). Ich habe den Kleinen Gipsy genannt, also Zigeuner, das passte fantastisch, da er ein wahrer Wildfang war. Die Mama kam damals noch für einige Monate mit nach Berlin, da wir das Fohlen erst mit einem Jahr von der Stute trennen wollten und Gipsy ja auch teilweise noch von der Mutter gesäugt wurde.
 


Im Laufe der Monate habe ich ihn gefüttert, gehegt, gepflegt, an Zaumzeug und Sattel gewöhnt -  all das, was aufs spätere Reiten vorbereitet.
Von einem Tag auf den anderen, als unser Sohn gerade zwei Jahre alt war, meinte mein Mann, mich nicht mehr zu lieben und gehen zu müssen. Das hat er dann auch getan. Er zog aus unserer gemeinsamen Wohnung aus und ließ mich fortan nicht mehr zu den Tieren auf das Grundstück, weil dieses unter dem Namen seiner Mutter gepachtet war und sie mich sowieso nie hat ausstehen können (ich bin eine von denen, die feststellen mussten, wie schlimm Schwiegermütter sind, wenn sie Angst haben, der geliebte Sohn könnte die eigene Frau mehr mögen als die Mutter).
 


Mein Pferd hätte ich ja abholen können, aber wo sollte ich hin mit ihm? Ich wohne in Berlin, das Grundstück liegt am Rande von Berlin im Grünen. Ich kann ja kein Pferd mit in die Wohnung nehmen! Also blieb Gipsy dort. Aber es geht ihm bis heute gut, er ist inzwischen 14 Jahre alt und sowohl mein Ex-Mann – wir sind seit Jahren geschieden – als auch unser Sohn kümmern sich gut. Unser Sohn reitet und hat wirklich viel Spaß, wenn er 14tägig an den Wochenenden oder während der Schulferien auch längere Zeit beim Papa ist.
Aber mein Herz blutet bis heute, wenn ich an dem Grundstück vorbei komme und meinen Gipsy sehe. Manchmal habe ich das Glück und er steht am Zaun, dann kann ich ihn streicheln und ihm eine Karotte oder einen Apfel geben. Das sind dann natürlich immer sehr bewegende, aber auch schöne Momente.

Ich wünsche Euch allen viele wunderschöne Stunden mit euren Tieren und tolle Erlebnisse!

Liebe Grüße
Gabi

(Bitte entschuldigt die schlechte Qualität der Fotos – damals gab es noch keine Digitalkameras.)

3 Kommentare:

  1. Das ist aber eine traurige Wirklichkeit :(
    wenigstens geht es Gipsy gut, wenigstens ein kleiner Lichtblick.

    Lieben Gruß
    Björn :)

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  2. Sehr bewegend die Geschichte ....
    Immerhin bleiben die kleinen Momente mit ein wenig Glück wenn du gipsy streicheln kannst..

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  3. Oh Gott das ist sehr schade :(
    Immerhin ist Gipsy nicht ganz weg und du weißt immer wo du ihn finden kannst!

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